München (ots) –
Mittwoch, 1. Juli 2026
Feuerwache 5
Unter dem Projektnamen „Blitz“ nimmt die Berufsfeuerwehr München am 1. Juli das erste von insgesamt drei neuen Vorauslöschfahrzeugen in Betrieb. Das Projekt wird dabei von der Technischen Universität München begleitet und verfolgt mit einem innovativen Ansatz vor allem ein Ziel: noch schnelleres Helfen.
Um insbesondere in den dicht bebauten Stadtbezirken mit hoher Geschosszahl schnellere Erstmaßnahmen treffen zu können, gründete die Branddirektion München 2023 die Projektgruppe „Blitz“. Diese verfolgte das Ziel, die Geschwindigkeit für die initialen Aufgaben bei einem Feuerwehreinsatz in erheblichen Maßen zu erhöhen. Die Projektgruppe untersuchte, inwieweit gängige Standards überarbeitet und taktische Entscheidungen auf ein notwendiges Minimum beschränkt werden können. Auch die Beladung des Feuerwehrfahrzeuges sollte durch den Einsatz moderner Technik und aufeinander abgestimmten Gerätschaften diesen Ansatz unterstützen. Das Ergebnis ist ein Vorauslöschfahrzeug (VLF), das Taktik, Mannschaft und Gerät optimal für den Erstangriff verzahnt. Am 1. Juli 2026 geht das erste der drei VLF auf der Feuerwache 5 in den Dienst.
Das Fahrzeug wird bei größeren Bränden sowie zur Technischen Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen eingesetzt. Da das VLF unabhängig vom Löschzug ausrückt, hat es einen Zeitvorteil an der Einsatzstelle. Nach dem Ankommen gibt es für alle Besatzungsmitglieder eine vordefinierte Aufgabenteilung. Einsatzstellenerkundung, das Verlegen der Schlauchleitung oder die Entnahme und Inbetriebnahme von technischem Gerät – die Arbeitsabläufe entsprechen einer fest einstudierten Choreografie und sind optimal aufeinander abgestimmt.
Das vollelektrische Fahrzeug verfügt über eine Hochdrucklöschanlage, welche mit 110 bar Druck bis zu 30 Liter Löschwasser pro Minute abgeben kann. Der Druckschlauch kann dabei bis zu einer Länge von 100 Metern abgerollt werden. Jede Einsatzkraft hat für den Brandeinsatz eine eigene im Helm integrierte Wärmebildkamera und die Möglichkeit über sogenanntes Team-Radio dauerhaften Funkkontakt zum Team zu halten. Für den Technischen Hilfeleistungseinsatz stehen ein Satz Hebekissen, Schnelleinsatzrüstholz sowie eine Kombination aus Rettungsschere und Rettungsspreizer zur Verfügung.
Neben der Feuerwache 5 – Ramersdorf werden künftig jeweils auf der Feuerwache 4 – Schwabing sowie auf der Feuerwache 3 – Westend die Vorauslöschfahrzeuge stationiert. Bis zum Jahreswechsel sollen alle Fahrzeuge einsatzbereit sein und belastbare Daten für eine wissenschaftliche Auswertung liefern können. Die Technische Universität München begleitet die Einführung des neuen Vorauslöschfahrzeugs der Feuerwehr München durch die Professur für Fire Science and Engineering unter Leitung von Prof. Dr. Claudius Hammann wissenschaftlich, um dessen Einsatzpotenziale, Wirksamkeit und Integration in moderne Feuerwehrstrategien fundiert zu evaluieren.
„Das Projekt ‚Blitz‘ verdeutlicht die besondere Innovationskraft der Berufsfeuerwehr München: Mit dem VLF ist ein modernes Feuerwehrfahrzeug entstanden, das im Notfall noch schnellere Hilfe zu den Münchner*innen bringt. Ich freue mich außerdem, dass die Branddirektion zum ersten Mal ein E-Fahrzeug im Einsatzbetrieb erprobt und auch hier einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft geht“, sagt Oberbürgermeister Dominik Krause.
„Durch seine kompakte Größe, die dennoch alle wichtigen Geräte vereint, ist das Vorauslöschfahrzeug speziell auf die Bedingungen in der Großstadt abgestimmt. Mit dem Erprobungsprojekt ‚Blitz‘ wollen wir die Sicherheit für die Münchner*innen weiter erhöhen und die Grundlagen für die künftige Arbeitsweise der Berufsfeuerwehr legen“, sagt Kreisverwaltungsreferentin Dr. Hanna Sammüller.
„Mit diesem Projekt wollen wir die Geschwindigkeit an der Einsatzstelle deutlich verbessern und ganz neue Impulse setzen. Dabei nutzen wir alle möglichen Optimierungspotentiale und neueste Technologie. Das wird uns im Durchschnitt mehrere Minuten sparen und unsere Maßnahmen werden erheblich schneller vor Ort wirksam. Durch die wissenschaftliche Begleitung sammeln wir Daten, die verlässliche Aussagen über die tatsächliche Qualität der Maßnahmen unseres Projektes zulassen“, sagt Oberbranddirektor Wolfgang Schäuble, den die Idee schon seit über zehn Jahre begleitet. Nun sind die Möglichkeiten vorhanden, sie im Rahmen dieses Erprobungsprojekts umzusetzen.
(plo)
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Quelle: ots
