THW Bayern: Wenn der Ernstfall geprobt wird: THW trainiert bei der Großübung „MINERVA26“ für den Zivilschutzfall

Karlstadt (ots) –

Mit der Regionalbereichsübung „MINERVA26“ hat das Technische Hilfswerk (THW) vom 18. bis 20. September 2026 auf dem Truppenübungsplatz Hammelburg den Einsatz im Bereich Zivilschutz trainiert. Hierfür kamen im Übungsdorf Bonnland rund 170 Einsatzkräfte aus acht Ortsverbänden des THW Regionalbereich Karlstadt zusammen. Beteiligt waren die Ortsverbände Alzenau, Karlstadt, Kitzingen, Lohr, Marktheidenfeld, Miltenberg, Ochsenfurt und Würzburg. Die Anreise erfolgte im Laufe des Freitags. Die Einsatzkräfte bezogen ihr Feldlager und wurden noch am Abend in die Übung eingewiesen. Verstärkt wurden sie durch die Fachgruppe Ortung des Ortsverbands Sulzbach-Rosenberg mit drei Rettungshunden. Auch das Bayerische Rote Kreuz aus Karlstadt sowie die Bundeswehr waren an der Übung beteiligt.

Im Mittelpunkt der Übung stand der Zivilschutz und somit der Schutz der Bevölkerung vor kriegsbedingten Gefahren. Es wurde ein fiktives Krisenszenario angenommen, bei dem es zu einzelnen Luftangriffen und Sabotageakten insbesondere auf kritische Infrastrukturen kam. Mehrere Drohnenangriffe auf das Übungsdorf haben teilweise schwere Schäden an Gebäuden verursacht. An sechs Stationen mussten die Einsatzkräfte im Laufe des Samstags innerhalb einer vorgegebenen Zeit realitätsnah nachgestellte Schadenslagen bewältigen.

Die Szenarien bildeten dabei unterschiedliche Einsatzlagen ab, wie sie infolge von Kriegseinwirkungen erstehen können. Mehrfach haben die Einsatzkräfte teilweise eingestürzte oder einsturzgefährdete Gebäude vorgefunden, diese erkundet und abgesichert. Gleichzeitig standen die Rettung und Versorgung von vermissten und verletzten Personen im Vordergrund. Diese mussten unter Trümmern oder in beschädigten Gebäuden geortet, gerettet und versorgt werden, was unter anderem mithilfe der Rettungshunde der Fachgruppe Ortung erfolgte.

Neben der Verletztenversorgung waren die Einsatzkräfte damit gefordert, sich unter erschwerten Bedingungen Zugang zu Verletzten zu verschaffen, Gebäudeteile abzusichern und Rettungswege herzustellen. Verschiedene technische Hilfsmittel sowie das Einsatz-Gerüstsystem (EGS) kamen dabei zum Einsatz.

Die Übungsszenarien beschränkten sich dabei nicht nur auf die Abarbeitung einzelner Einsatzaufgaben. Insbesondere an einer Station wurden die Einsatzkräfte stark gefordert und mehrere Schadenslagen mussten gleichzeitig abgearbeitet werden. Ein Drohnenangriff hatte das örtliche Hotel getroffen. Es war unklar, ob das Gebäude einsturzgefährdet ist und wie viele Personen sich noch im Gebäude befanden. Gleichzeitig ereignete sich ein Verkehrsunfall mit einem Lkw und mehreren Verletzten. Die Helferinnen und Helfer mussten zunächst das betroffene Gebäude sichern, anschließend mithilfe der Rettungshunde der Fachgruppe Ortung die vermissten Personen aufspüren und retten. Parallel dazu wurden die Unfallverletzten versorgt und an den Rettungsdienst übergeben.

Eine besondere Herausforderung für unsere Einsatzkräfte bestand darin, dass sie bei allen Szenarien wiederholt durch Presse, Schaulustige und Angehörige bei ihrer Arbeit beeinträchtigt und bewusst gestört wurden. Dies ist eine realitätsnahe psychische Zusatzbelastung, wie sie auch im echten Einsatzgeschehen auftreten kann.

Ergänzt wurde die Zivilschutzübung durch einen Einblick in die verschiedenen Munitionsarten der Bundeswehr, deren Wirkung und mögliche Schutzmaßnahmen dagegen. Im Fokus stand hier, dass Bewusstsein dafür geschaffen wird, potenzielle Gefahrenstellen frühzeitig zu erkennen, richtig einschätzen zu können und erforderliche Schutzmaßnahmen der Dringlichkeit nach einzuleiten.

Nach dem Abbau der Stationen, einer Abschlussbesprechung und dem gemeinsamen Abendessen endete der Übungstag. Am Sonntag wurde das Feldlager abgebaut, bevor die Ortsverbände die Heimreise antraten. In den Ortsverbänden wurde anschließend das Material gesäubert, wieder auf den Fahrzeugen verlastet und die Einsatzbereitschaft wiederhergestellt.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden für eine rundum gelungene Übung. Unser besonderer Dank gilt der Bundeswehr für die Bereitstellung von Feldlager und Truppenübungsplatz sowie für die spannenden Einblicke in das Thema Munition und deren Wirkung. Wir freuen uns auf eine erneute Zusammenarbeit.

Text: Anna Friedrich-Büttner, Carina Weißenseel
Foto: Sebastian Brendel, Simon Geis, Matthias Hiller, Stefan Wolf

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