Rosenheim, Bad Reichenhall, Traunstein, Altötting, Mühldorf am Inn, Ebersberg, Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, Weilheim-Schongau, Landsberg am Lech, Starnberg (ots) –
Als er vor einem halben Jahr die Leitung des Hauptzollamts Rosenheim übernahm, brachte Rolf Wundrack, gebürtig in Freiburg im Breisgau, bereits einige Erfahrung mit. Zuletzt tätig als stellvertretender Leiter und Sachgebietsleiter beim Zollfahndungsamt München, bringt er Kenntnisse aus vielen Tätigkeitsfeldern des ZOLLs mit: von der Warenabfertigung am Zollamt bis hin zur Schwarzarbeitsbekämpfung, Außenprüfung und vielem mehr. „Dass ich nun schon seit dem 24. März in Rosenheim bin, kann ich manchmal kaum glauben – die Zeit verging wie im Flug.“, fasst Wundrack zusammen. Unter anderem hat das Hauptzollamt in diesem halben Jahr das Jubiläum zum 75-jährigen Bestehen der Bundeszollverwaltung im Rahmen dreier größerer Veranstaltungen in Rosenheim, Mühldorf und Bad Reichenhall gefeiert. Was die Tätigkeiten, Einsätze und Maßnahmen der knapp 620 Beschäftigten in deren vielfältigen Arbeitsbereichen angeht, so gab es kaum Zeit für ein sich langsam Herantasten an die neue Aufgabe. Mitten in einer Zeit, in der dem ZOLL als größte Einnahmeverwaltung des Staates, Sicherheitsbehörde und Partner der Wirtschaft, immer mehr Bedeutung zukommt, zieht der neue Leiter bereits eine erste Bilanz:
Einfuhrabgaben und Verbrauchsteuern:
Im letzten Jahr hat das Hauptzollamt Rosenheim über 782 Millionen Euro Einfuhrumsatzsteuer, Zölle und Verbrauchsteuern eingenommen. Im Detail handelte es sich um 406,12 Millionen Euro Einfuhrumsatzsteuer, 29,77 Millionen Euro Zölle und 376,14 Millionen Euro Verbrauchsteuern. Größter Posten der Verbrauchsteuern ist dabei die Energiesteuer – hier flossen 286,71 Millionen Euro in den Bundeshaushalt.
Finanzkontrolle Schwarzarbeit:
Der größte Arbeitsbereich, die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS), ist mit über 180 Zöllnerinnen und Zöllnern beim Hauptzollamt Rosenheim an drei großen Standorten in Rosenheim, Weilheim und Traunstein vertreten. „Egal in welcher der von Schwarzarbeit gefährdeten Branche wir uns auch prüfen oder ermitteln, sei es das Baugewerbe, Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe oder die Friseur- und Kosmetikbranche – die eingeleiteten Ermittlungsverfahren und Ordnungswidrigkeitenverfahren gestalten sich als sehr umfangreich. Oftmals erstrecken sich diese bezirksübergreifend oder sogar bis ins Ausland. So verbuchen wir es als Erfolg, dass bereits im ersten Halbjahr 2026 durch den Abschluss mehrerer Großverfahren 396 Monate, also insgesamt 33 Jahre, Gefängnisstrafen und Geldstrafen von über 500.000 Euro verhängt wurden.“ so Wundrack. Grundlage waren langwierige und komplexe Ermittlungsverfahren nach dem Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes (SchwarzArbG). Arbeitgeber hatten ihre Beschäftigten nicht ordnungsgemäß zur Sozialversicherung angemeldet, Beschäftigte hatten Sozialleistungen zu Unrecht bezogen und Ausländer arbeiteten illegal, da für die Aufnahme ihrer Beschäftigung erforderlichen Arbeitsgenehmigungen beziehungsweise Aufenthaltstitel fehlten. Zudem wurden Mindestlöhne nicht eingehalten oder es lagen sogar ausbeuterische Arbeitsbedingungen vor.
Im Jahr 2025 hatte die FKS des Hauptzollamts Rosenheim insgesamt 1.370 Strafverfahren eingeleitet. Aus den 1.489 abgeschlossenen Ermittlungsverfahren wurden Geldstrafen aus Urteilen und Strafbefehlen in Höhe von 872.020 EUR sowie 529 Monate (44,08 Jahre) Freiheitsstrafen festgesetzt. Die Schadenssumme aus Ordnungswidrigkeiten- und Strafverfahren insgesamt belief sich auf 15,71 Millionen Euro.
Auch in den Einsatzbereichen der Warenabfertigung und Abgabenerhebung, in den Kontrolleinheiten und in der Vollstreckung sorgten die Zöllnerinnen und Zöllner für eine konsequente Durchsetzung des geltenden Rechts und mehr Steuergerechtigkeit.
Warenabfertigung:
Insgesamt wurden an den vier Zollämtern im Bezirk des Hauptzollamts Rosenheim rund 1,52 Millionen angemeldete Warenpositionen für die Einfuhr und rund 6,98 Millionen Warenpositionen für die Ausfuhr abgefertigt. Des Weiteren wurden insgesamt 3.784 Postpakete von außerhalb der Europäischen Union abgefertigt.
Kontrolleinheiten Verkehrswege:
Auf den Verkehrswegen im Bezirk des Hauptzollamts Rosenheim kontrollierten im Jahr 2025 die Kontrolleinheit Verkehrswege (KEV) Traunstein und die KEV München insgesamt 14.972 Personen. Dabei fanden die Kontrollen in folgenden Verkehrsmitteln und in Shisha-Bars statt: – 3.636 Pkw,
– 1.705 Lkw/Kleintransporter bis 7,5 t,
– 1.481 Lkw über 7,5 t,
– 318 Busse,
– 297 Züge,
– 9 Kleinflugzeuge und Hubschrauber und
– 49 Shisha-Bars.
Dabei stellten die Zöllnerinnen und Zöllner Betäubungsmittel unter anderem wie folgt fest (Gramm): – 43,00 g Opium,
– 291,67 g Kokain,
– 1.030,84 g Metamphetamine (Crystal),
– 652,00 g Haschisch,
– 9.097,04 g Marihuana,
– 1.805,00 g Cannabisprodukte.
Im Bereich der Arznei- und Dopingmittel wurden sichergestellt: – 8.414 Stück (Tabletten und ähnliches),
– 11.647 g in Pulverform und
– 2.665 ml in flüssiger Form (unter anderem Ampullen).
An geschmuggelten, unversteuerten beziehungsweise unerlaubten Tabakprodukten wurden sichergestellt: – 293.394 Stück Zigaretten/Zigarren/Zigarillos,
– 403.581 g Wasserpfeifentabak und
– 6.585 g sonstige Tabakwaren.
Vollstreckungsdienst:
Im Jahr 2025 hat die Vollstreckungsstelle des Hauptzollamts Rosenheim 92,40 Millionen Euro beigetrieben: – 7,71 Millionen Euro Kraftfahrzeugsteuer,
– 16,10 Millionen Euro für Zollverwaltung und Übrige,
– 63,55 Millionen Euro für sonstige Sozialbehörden und
– 5,04 Millionen Euro für die Bundesagentur für Arbeit.
Die Vollstreckungsstelle bearbeitete im Jahr 2025 insgesamt 204.850 Vollstreckungsfälle: – 113.973 für die Bundesagentur für Arbeit und sonstige Sozialbehörden,
– 1.685 für die Zollverwaltung und
– 89.192 für die Kraftfahrzeugsteuer.
Neueinstellungen und erfolgreiche Laufbahn- / Studienabschlüsse:
Zum 01. März 2026 haben sieben Anwärterinnen und Anwärter im gehobenen Zolldienst das duale Studium begonnen. Zum 01. September 2026 wurden 9 für den gehobenen und 27 Nachwuchskräfte für den mittleren Zolldienst eingestellt. In ihren Eingangsämtern nach bestandener Laufbahnprüfung und absolviertem Studium wurden 19 Nachwuchskräfte für die Laufbahn des mittleren sowie 9 Nachwuchskräfte für den gehobenen Dienst wieder eingestellt. Außerdem gewann das Hauptzollamt Rosenheim eine Absolventin und einen Absolventen des Bachelorstudienganges „Verwaltungsinformatik“ im Rahmen der weiteren Verteilung von Nachwuchskräften hinzu.
Informationen zur Ausbildung und zum dualen Studium:
Die Bundeszollverwaltung bildet in einer zweijährigen Ausbildung zum „Mittleren nichttechnischen Zolldienst“ aus. Das Duale Studium „Gehobener nichttechnischer Zolldienst“ dauert drei Jahre und schließt mit dem „Bachelor of Laws“ (LL.B.). Die Praktika werden dabei im Bezirk des Hauptzollamts, die theoretischen Abschnitte an überregionalen Bildungszentren und das Duale Studium an der Hochschule des Bundes am Bildungs- und Wissenschaftszentrum (BWZ) in Münster (Nordrhein-Westfalen) und Rostock absolviert.
Bis 15. Oktober 2026 sind noch Bewerbungen für den mittleren und gehobenen Zolldienst für den Einstellungstermin 01.09.2027 möglich. Weitere Informationen zur Ausbildung in der Bundesfinanzverwaltung finden Sie unter www.zoll.de unter www.zoll-karriere.de. Das Hauptzollamt Rosenheim kann bei Fragen zur Ausbildung und zur Bewerbung auch direkt unter [email protected] kontaktiert werden.
Rückfragen bitte an:
Hauptzollamt Rosenheim
Marion Dirscherl
Telefon: 08031-3006-7100
E-Mail: [email protected]
www.zoll.de
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Quelle: ots
